
In der Rentenreform 2026 stecken zwei Dinge, die ständig durcheinandergehen. Die Frühstart-Rente richtet sich an Kinder: ab dem sechsten Geburtstag zahlt der Staat 10 Euro im Monat bis zum 18. Geburtstag, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das Altersvorsorgedepot ist etwas anderes – der Nachfolger der Riester-Rente für Erwachsene, voraussichtlich ab 2027.
Das Altersvorsorgedepot setzt stärker auf den Kapitalmarkt und weniger auf Garantien. In der Ansparphase bleiben Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei – keine Abgeltungsteuer, keine Vorabpauschale. Dazu kommen Zulagen: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, 25 Prozent auf den Rest bis 1.800 Euro – macht bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr, plus 300 Euro je kindergeldberechtigtem Kind. Versteuert wird erst im Ruhestand, wenn der persönliche Steuersatz meist niedriger liegt. Erstmals sind auch Selbstständige förderberechtigt. Das Ganze ist ein Gesetzentwurf für 2027, die Zahlen können sich noch ändern.
Der Haken steckt in den Kosten. Ein Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr gilt nur für das staatlich organisierte Standarddepot. Daneben sind renditeorientierte und Garantie-Varianten erlaubt, bei denen deutlich mehr anfallen kann. Verbraucherschützer rechnen mit einer Verkaufswelle und raten, nichts überstürzt zu unterschreiben. Ein gefördertes Produkt mit hohen Kosten ist am Ende ein teures mit Förder-Etikett.
Und die wichtigste Frage: Für wen lohnt es sich? Die Zulage bekommt jeder, der einzahlt – unabhängig vom Alter. Der große Hebel ist aber der Zinseszins über viele Jahre. Wer noch Jahrzehnte bis zur Rente hat – junge Sparer, Selbstständige, Familien mit Kindern – für den arbeitet die Zeit zusätzlich zur Förderung. Wer kurz vor oder schon im Ruhestand steht, bekommt zwar die Zulage, aber kaum Wachstumseffekt, und Kosten zehren den Vorteil schnell auf. Dort entscheiden andere Fragen: wie das vorhandene Vermögen entnommen wird, was an Steuern anfällt und was Beratung kostet. Rein ist mit der Reform geregelt – wie das Geld wieder herauskommt, bleibt Ihre Aufgabe.
Wir prüfen, ob Frühstart-Rente oder Altersvorsorgedepot zu Ihrem Zeithorizont passen – und sagen es auch, wenn die Antwort Nein lautet.
Der Kostendeckel gilt nur fürs Standarddepot. Wir zeigen, welche Variante wie viel kostet und wann die Förderung von den Gebühren aufgezehrt wird.
Sie zahlen ein festes Honorar statt eines Prozentsatzes Ihres Vermögens. Was wir empfehlen, hängt nicht davon ab, was wir verkaufen.

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