
Viele Menschen beginnen mit der konkreten Ruhestandsplanung in dem Moment, in dem der erste Ruhestandsmonat beginnt. Das ist zu spät – nicht weil nichts mehr möglich wäre, sondern weil die Zeit für die entscheidenden Weichenstellungen schon vorbei ist. Depotaufteilung, Entnahmereihenfolge und Steuerplanung der letzten Arbeitsjahre lassen sich fünf Jahre vor Rente noch beeinflussen.
Die Entnahmephase ist das Gegenteil von intuitiv. Jahrzehntelang war die Aufgabe klar: Geld zurücklegen, nicht anfassen. Jetzt ist die Aufgabe: Das richtige Geld zur richtigen Zeit aus der richtigen Quelle entnehmen – und dabei die Steuerlast über dreißig Jahre im Blick behalten. Das ist eine andere Aufgabe.
Ruhestandsplanung bedeutet: Einmal wirklich rechnen. Alle Quellen gleichzeitig auf einem Blatt. Eine konkrete Zahl, die trägt – auch wenn der Markt zwei Jahre schlechter läuft als erwartet.
Ein Entnahmeplan ist kein Finanzprodukt. Er ist das Ergebnis einer Frage: Wie viel kommt rein, wie viel geht raus, und in welcher Reihenfolge? Das lässt sich berechnen – ohne Provision.
Depot, Rente, Immobilien und Steuerlast wirken nicht getrennt voneinander. Erst wenn alle Quellen gleichzeitig auf dem Tisch liegen, zeigt sich das vollständige Bild.
Die Entnahmephase kann dreißig Jahre dauern. Entscheidungen, die heute getroffen werden, wirken entsprechend lang. Deshalb geht es nicht um die nächste Entnahme – sondern um den Plan, der die nächsten Jahrzehnte trägt.



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