
Wer sein Depot betrachtet, schaut häufig zuerst auf die Anzahl der Fonds. Fünf Fonds wirken breiter aufgestellt als drei. Zehn Fonds wirken breiter aufgestellt als fünf. Die tatsächliche Risikostreuung lässt sich jedoch nicht an der Anzahl der Positionen ablesen.
In vielen Depots tauchen dieselben Unternehmen mehrfach auf. Ein globaler ETF enthält bereits die größten Unternehmen der Welt. Kommen weitere Fonds hinzu, finden sich genau diese Unternehmen häufig erneut im Depot. Das Vermögen wirkt dadurch breiter aufgestellt, obwohl die Abhängigkeit von denselben Marktsegmenten bestehen bleibt.
Eine Depotanalyse betrachtet deshalb nicht nur die Anzahl der Positionen oder die Rendite der vergangenen Jahre. Sie untersucht, welche Risiken tatsächlich im Depot vorhanden sind, wo Überschneidungen entstehen und ob die einzelnen Bausteine einer nachvollziehbaren Strategie folgen.
Nicht einzelne Produkte stehen im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel aller Bausteine.
Jede Position hat irgendwann ihren Weg ins Depot gefunden. Die entscheidende Frage lautet, ob die ursprüngliche Idee heute noch sinnvoll ist.
Eine Depotanalyse beginnt nicht mit neuen Fonds. Sie beginnt mit dem Verständnis der bestehenden Vermögensstruktur.



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